Spieltag 18./19.01.2020

HSG feiert Kantersieg mit sehr hohem Tempo

Von unserem Redakteur Stefan Nink

Handball-Rheinlandliga: Bad Ems/Bannberscheid drückt auf die Tube und deklassiert Saarburger Mini-Aufgebot mit 37:22

Wirges. Die Niederlage wollten sie einigermaßen in Grenzen halten. Das hatte Uwe Moske, Trainer der Fortuna aus Saarburg, vor dem Rheinlandliga-Gastspiel seines personell aus dem allerletzten Loch pfeifenden Teams bei der heimstarken HSG Bad Ems/Bannberscheid ausgegeben. Dass die anvisierte Differenz von höchstens zehn Treffern im ungleichen Duell der Tabellennachbarn am Ende beim 22:37 (11:15)-Verlust trotz großen Kampfgeistes und guter Moral dennoch klar verfehlt wurde, lag an den Gastgebern, die die beiden Niederlagen vor dem Jahreswechsel in Trier und Kleinich unbedingt wieder geraderücken wollten. Sie hielten das Tempo hoch und gaben den Saarburgern kaum einmal Zeit zum Durchschnaufen.

In einer überaus fair geführten Partie, die teilweise eher dem Charakter eines Freundschaftsvergleichs entsprach, zog sich die deklassierte Minimalbesetzung der Fortuna insgesamt dennoch achtbar aus der Affäre. Immer wieder war es Philipp Rüger, der entweder erfolgreich abschloss oder seine Nebenleute – allen voran den jungen Rechtsaußen Noah Jürgens – gekonnt in Szene setzte.

Das Fatale für den Aufsteiger aus der Verbandsliga West war jedoch, dass ein Spiel eben 60 Minuten dauert. Und die können sich schon mal ziehen wie ein Kaugummi. Vor allem dann, wenn trotz allen willigen Geistes das Fleisch zusehends schwach wird, der Gegner so wie spielfreudige HSG keinen Deut nachlässt und mit gut besetzter Bank immer wieder frische motivierte Leute auf die Platte beordern kann.

„Wir haben es diesmal konsequent durchgezogen. Das hatten wir in der Hinrunde oft genug eben nicht geschafft, was sich ja auch an unserem Toreverhältnis ablesen lässt“, war HSG-Trainer Hanjo Neeb nach Abpfiff der Partie, in welcher seine Schützlinge eigentlich nur schlecht aussehen konnten, mit der Leistung verständlicherweise zufrieden. „Das tut richtig gut“, lobte der Bad Maienberger sein Kollektiv.

Die Zuschauer in der Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule in Wirges wurden jedenfalls bestens unterhalten. Denn die Einheimischen drückten auch auf die Tube, als die Frage nach dem Sieger längst beantwortet war. Neeb: „Die zweite Welle lief bei uns richtig gut.“ Die sehr geduldig aufbauenden Fortunen mussten besonders beim Rückzugsverhalten dem enormen Kräfteverschleiß Tribut zollen und gestatteten den Kombinierten viele sogenannte „leichte Tore“. Dem bedauernswerten Fortuna-Keeper Sascha Hoffmann zischten die Bälle nur so um die Ohren. 22 HSG-Treffer in Durchgang zwei waren die verdiente Ausbeute eines unwiderstehlichen Sturmlaufs.

Die Saarburger ihrerseits hatten im Angriff Probleme mit der 5:1-Abwehr der HSG, die vor dem gut disponierten Ex-Bitburger Dennis Schwerdt wach und schnell auf den Beinen blieb, ehe nach Ballgewinn die Post abging.

Ein klitzekleines Haar fand Neeb dann bei seinem Rückblick auf das Dargebotene dann kurz nach Spielende doch noch: 22 Gegentore waren ihm zu viel. Allerdings zollte er auch den Saarburgern entsprechend Lob. „Sie haben es besonders in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht, ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und nahmen kaum unvorbereitet ihre Würfe.“

HSG Bad Ems/Bannberscheid - Fort. Saarburg 37:22 (15:11)

Bad Ems/Bannberscheid: Schwerdt, T. Schaust – M. Baldus (5/1), F. Schaust (1), J. Berges (4), Hering (5), Heinz (3/1), Reuter (2), Orth (7/2), Hrobarsch (3), Boinski (2), Schmitz (5), Herz.

Fortuna Saarburg: Hoffmann – Dauster, T. Moske (2), Düpré, Marszalek (2), Musick (1), Schmitt (1), Rüger (11/3), Morin (2), Jürgens (3).

Schiedsrichter: Christian Schmidt/ Christian Weiß (SV Untermosel/GW Mendig)
Zuschauer: 140. - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 2/1:4/3
Spielfilm: 3:1, 6:6, 9:6, 13:8, 15:11 – 16:13, 20:14, 26:17, 33:18, 35:22, 37:22.

Nächste Aufgabe der HSG Bad Ems/Bannberscheid: am Sonntag, 17 Uhr, beim SV Urmitz.

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Montag, 20. Januar 2020

Reserve hat nichts zu bestellen

Handball-Verbandsliga: Zweite Welle der HSG offenbart bei der 24:39-Schlappe viele Mängel

Güls. Die HSG Bad Ems/Bannberscheid II hat ihre Jahrespremiere in der Verbandsliga Ost gehörig verpatzt. Bei der am Ende deutlichen 24:39 (13:19)-Schlappe beim heimstarken TV Güls ging der Reserve aus Kurstadt und Westerwalddorf merklich die Puste aus. „Wenn wir vier Wochen Pause haben, dann benötigen wir meist drei Wochen, um wieder in den gewohnten Rhythmus zu kommen“, meinte Spielertrainer Andreas Klute nach dem schwachen Auftritt seines Teams an der Untermosel. „Nächste Woche beim Pokalspiel müssen wir besser auftreten.“

Der Gast, bei der mit einer Nasenprellung gehandicapte etatmäßige Mittelmann Niklas Hemmerich auf Außen agierte, kam zwar gut in die Partie, doch nach dem 8:8 riss der Faden. Zudem schafften es die Gäste nicht, den sich in bester Torlaune präsentierenden Gülser Nico Heyer zu kontrollieren. „Wir konnten gegen seine Wucht nicht dagegenhalten. Da war dann fast jeder Schuss ein Treffer“, so Klute, der zudem mit ansehen musste, wie die Gülser nahezu jeden der zu vielen technischen Fehler seiner Mannschaft rigoros bestrafte. „In Güls war's für uns schon immer schwer. Und wenn die in einen Lauf kommen, sind sie kaum zu stoppen.“ stn

Bad Ems/Bannberscheid II: Sorger, Kamp – Nils Hemmerich (2), Wolf (6), S. Berges (3), Hehl (2), Niklas Hemmerich (1), A. Berges (4/1), Klute (1), Helbach (4/3), Müller (1).

Schiedsrichter: Horst Häring / Thomas Kneilmann (TV Bassenheim / HV Vallendar)
Zuschauer: 70. - Zeitstrafen: 3:2 - Siebenmeter: 4/3 : 5/4
Spielfilm: 3:1 (4.), 5:4 (10.), 8:8 (17.), 12:8 (20.) 16:10 (26.), 19:13 (30.) – 24:16 (37.), 29:16 (39.), 34:20 (50.), 39:24 (60.).

Nächste Aufgabe der HSG Bad Ems/Bannberscheid II: am Sonntag, 15 Uhr, Achtelfinale des Rheinlandpokals in Wirges gegen HSC Igel.

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Montag, 20. Januar 2020

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