Start in die neue Oberligasaison

TVBE-Mädels sind gespannt aufs Abenteuer

Handball-Oberliga: Weibliche B-Jugend erwartet zum Auftakt der Runde die SF Budenheim auf der Silberau

Bad Ems. Neuland betreten die B-Jugend-Handballerinnen des TV Bad Ems am Samstag ab 17.15 Uhr, wenn zum Premierenspiel in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar die Sportfreunde Budenheim in der Silberauhalle zu Gast sind.

Lange wägten die Verantwortlichen in der Kurstadt ab, ob sie mit ihrer Mannschaft den Schritt auf diese Ebene überhaupt wagen sollten. „Wir haben uns oft getroffen und beratschlagt. Ich habe während dieser Zeit dreimal meine Meinung geändert“, sagt Thomas Schmidt, der zusammen mit seiner Frau Bianca Schmidt-Engels sowie Silke Pfeffer-Leukel seit vielen Jahren die sportlichen Geschicke der Mannschaft leitet. Aus kleinen Mädchen sind in der Zwischenzeit längst Teenagerinnen geworden, die die nächste Entwicklungsstufe auf der sportlichen Leiter nehmen wollen und dabei vor vielfachen neuen Herausforderungen stehen, die es zu meistern gilt.

Im Rheinland pflügten die TVBE-Girls durch die Spielzeiten in der D- und C-Jugend. Ohne eine einzige Niederlage erwies sich der TVBE gegenüber der Konkurrenz als haushoch überlegen – so richtig gefordert wurde das Team von der Insel Silberau in dieser Zeit nicht. „Wir müssen aber sportlich endlich vorwärts kommen. Daher haben wir uns diesmal letztlich dazu entschieden, den Sprung zu wagen, nachdem wir in der C-Jugend aus guten Gründen noch auf die Oberliga verzichtet hatten“, so Schmidt.

Als einziger Vertreter des heimischen Verbandes halten die Bad Emser die rheinländische Fahne hoch. Schmidt: „Das wird ein Abenteuer für alle Beteiligten, aber vor allem für unsere Mädels. Jetzt kommen ganz andere Kaliber auf uns zu. Da ist eine Prognose ganz schwierig bis unmöglich. Wir werden uns vor allem darauf einstellen müssen, auf körperlich klar überlegene Gegnerinnen zu treffen.“

Wer Schmidt kennt, der weiß, dass der Handball-Enthusiast nichts mehr fürchtet als Niederlagen. Daher haben er und seine Mitstreiter eine Vorbereitung fast im professionellen Stil durchgezogen. Am vergangenen Wochenende stand in vertrauter Umgebung ein dreitägiges Trainingslager mit körperlich knallharten zweistündigen Einheiten, Theorie, Videoanalyse und täglichen Testspielen an, um für die anstehenden anspruchsvollen Aufgaben gewappnet zu sein.

„Ich habe den Mädchen Filme von geplanten Spielzügen auf ihre Handys geschickt, damit sie sich intensiv damit auseinandersetzen können“, sagt Schmidt, der mit dem Trainerteam sehr viel Hingabe für den Sport verlangt, um sich tatsächlich körperlich und taktisch so weiterzuentwickeln, dass man den besten Mannschaften aus der Pfalz, Rheinhessen und dem Saarland das Wasser reichen kann.

17 Spielerinnen umfasst der Bad Emser Kader. Das bedeutet, dass das Trainerteam bei voller Besetzung vor jeder Partie drei Spielerinnen mitteilen muss, dass sie nicht dabei sind. Schmidt: „Das ist unsere schwerste Aufgabe.“ Nachdem Carina Seltenreich während Corona mit dem Handball aufgehört hat, wurde mit Olivia Seebach aus Engers eine weitere Torhüterin mit Zweitspielrecht an die Lahn geholt, die nach der Verletzung der Stammkeeperin Mila Flato in der Endphase des mit 28:9 überaus klar gewonnenen finalen Tests gegen den TV Idstein nun zwischen den Pfosten gefordert sein wird.

Flato war umgeknickt, hinter ihrem Einsatz gegen Budenheim steht ein dickes Fragezeichen. Insgesamt setzt Schmidt auf einen ausgeglichen besetzten Kader ohne alles überragende Einzelspielerin, was es der Konkurrenz auch erschweren dürfte, die junge geschlossene und abwehrstarke TVBE-Crew (das Gros der Spielerinnen gehört den jüngeren Jahrgängen an) auszurechnen... Stefan Nink

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Donnerstag, 28. Oktober 2021

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