Viererpack in Gold und einmal Silber: TV Bad Ems glänzt bei den Gau-Mannschaftsmeisterschaften
Hahnstätten/Bad Ems – Trotz einer suboptimalen Vorbereitung in den Sommerferien
haben die Leistungsturnerinnen des TV 1861 Bad Ems e.V. am Samstag, den 29. August
2026, bei den Gau-Mannschaftsmeisterschaften des Turngau Rhein-Lahn in Hahnstätten
ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Mit fünf gestarteten Mannschaften sicherte sich der
Verein viermal sensationell Gold sowie einmal Silber und untermauerte damit seine
Spitzenposition in der Region.
Wegen der Sommerferien gestaltete sich das Training im Vorfeld schwierig. Zwar konnten die
Trainerinnen in den letzten drei Ferienwochen zweimal wöchentlich Hallenzeiten anbieten, doch
urlaubsbedingt konnten nicht alle Turnerinnen dieses Angebot voll ausschöpfen. Umso
beachtlicher sind die Ergebnisse, die am Wettkampftag erzielt wurden.
Souveräner Vormittag: Ticket nach Koblenz und ein Silber-Krimi
Der Vormittag stand ganz im Zeichen der „Pflicht-Stufen“ (P-Übungen). Im hochkarätigen,
jahrgangsoffenen Qualifikationswettkampf für die Meisterschaften des Turnverbandes
Mittelrhein (TVM) gingen Sina Fuchs, Lydia Horsch, Emilia Flato, Arina Slovak und Marie
Patterer (Gastturnerin vom TV Baumbach) an die Geräte. Das eingespielte Team turnte wie aus
einem Guss und sicherte sich mit einem beeindruckenden Vorsprung von 19,050 Zählern
souverän den Meistertitel und das begehrte Ticket für das Verbandsturnier in Koblenz.
Ebenfalls nicht zu schlagen waren die Mädchen des Jahrgangs 2016 und jünger. In einem
starken Teilnehmerfeld von insgesamt fünf Mannschaften zeigten Mia Sölter, Greta Richter,
Mia Barsukow und Lina Mayer in den Stufen P6 und P7 ihr ganzes Können. Mit fantastischen
Übungen an allen vier Geräten distanzierten sie die Konkurrenz deutlich und wurden mit
170,150 Punkten verdiente Gaumeisterinnen.
Ein echter Krimi spielte sich bei den jüngsten Nachwutsturnerinnen ab. Für Alma Baitler und
Josephine Kruk war es der allererste Wettkampf überhaupt – entsprechend groß war die
Aufregung. Gemeinsam mit den bereits wettkampferfahrenen Liv Schmidt und Mara Fries
(beide turnten bereits die anspruchsvolle P5) lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit
dem VfL Altendiez. Da die beiden Jüngsten mit der P3 starteten, fehlten den Emserinnen nach
den ersten beiden Geräten genau drei Punkte. Doch am Boden drehten die Kurstädterinnen
auf: Während Altendiez hier 35,500 Punkte erzielte, konterte Bad Ems mit überragenden
38,750 Punkten. Obwohl am Ende genau diese drei Punkte zum Sieg fehlten, feierte die
Mannschaft einen grandiosen und hart umkämpften 2. Platz – eine absolute Glanzleistung,
auf die die Minis mächtig stolz sein können!
Verletzungsbedingt konnten Ida Rudolf und Emily Barsukow nicht teilnehmen. Waren aber als Maskottchen dabei.
Nachmittags-Kür: Höchstschwierigkeiten und Pokalregen
Im zweiten Durchgang am Nachmittag schickte der TV Bad Ems seine verbleibenden zwei
Teams ins Rennen. Im Jahrgang 2013 und jünger (P5-P8) lieferten sich Mila Hermes, Nele
Araujo, Emma Soley Stüber und Sophia Blum ein spannendes Duell mit der Konkurrenz.
Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und starken 179,200 Punkten verwiesen sie den
VfL Altendiez (166,500) und den Gastgeber TV Hahnstätten (162,050) auf die Plätze 2 und 3
und nahmen stolz den Siegerpokal für den ersten Platz entgegen.
Für das absolute Highlight des Tages sorgte die Kür-Mannschaft in der Leistungsklasse 3 (LK3).
Im Gegensatz zu den starren Pflichtübungen stellen sich die Turnerinnen hier ihre
Choreografien nach eigenen Fähigkeiten selbst zusammen. Das Emser Team glänzte mit
mittelschweren Elementen und enormem Mut:
● Emily Szotek präsentierte zum ersten Mal auf dem nur 10 cm breiten Schwebebalken eine fehlerfreie Radwende (Rondat) – ein anspruchsvolles akrobatisches B-Element, das hoch bewertet wurde.
● Frieda Wege knackte am Stufenbarren eine echte Nuss: Sie turnte erstmals eine „Kippe mit ganzer Drehung“ (Drehkippe), bei der die klassische Schwebekippe mit einer vollen 360-Grad-Längsachsendrehung kombiniert wird – ein Element mit absolutem Seltenheitswert.
● Aurelia Hamm, Nele Lattwein und Emely Schmidt demonstrierten ihre enorme Sprunggewalt. Am 1,20 Meter hohen Sprungtisch überzeugten alle drei mit einem perfekt verbesserten Überschlag-Sprung „Halb-rein-halb-raus“ (jeweils eine halbe Drehung in der ersten und zweiten Flugphase).
● Elisa Schoter brachte die Halle am Boden zum Toben, als sie eine ganze Schraube in der Luft (360-Grad-Längsachsendrehung während des Saltos) stand. Zudem profitierte das gesamte Team davon, dass die Bodenübungen seit dem letzten Wettkampf gezielt mit hochwertigen Drehsprüngen aufgewertet worden waren.
Mit diesen herausragenden Leistungen buchte auch die LK-Mannschaft hochverdient den
ersten Platz und damit ihren Startplatz für die Verbandsmeisterschaften, die am 12. und 13.
September 2026 in Koblenz stattfinden.
Ein herzliches Dankeschön des Vereins gilt allen engagierten Kampfrichterinnen und
Kampfrichtern, dem Trainerteam für den unermüdlichen Einsatz sowie dem ausrichtenden TV
Hahnstätten für die gewohnt gute Organisation des Wettkampfes. Die Daumen für Koblenz sind
gedrückt!
Bericht und Fotos: Monika Fuchs
Bild 1: Erfolgreiches Team: Die Leistungsturnerinnen des TV 1861 Bad Ems e.V. strahlen nach ihrem
grandiosen Abschneiden bei den Gau-Mannschaftsmeisterschaften in Hahnstätten.
Bild 2: Eleganz auf dem „Zitterbalken“: Die Turnerinnen der beiden Nachmittags-Mannschaften
(Kür LK 3 und P-Stufen Jg. 2013 u.j.) des TV 1861 Bad Ems e.V. präsentieren sich stolz nach ihren
herausragenden Erfolgen in Hahnstätten.